KEN SHIN KAN - Karate Verein e.V.        DÜSSELDORF

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        Okinawa Kobu Do
          alter traditioneller Waffenkampf     

Sensei Alfred Steller 6. DAN, Bundesprüfer und Trainer

Trainingszeiten für Okinawa Kobu Do

 

Als ergänzende Ausbildung bieten wir OKINAWA KOBU DO - Waffenkampf an. 

Dies ist eine alte Wettkampfform mit traditionellen Waffen.

Traingsgeräte sind ---> Bo , Tonfa , Sai
 
 

Freitags -Termine bitte  

unter [Neues / Termine ]  nachsehen!

Freitags

von 20:00 - 21:30 UHR 

  Elly Heuss Knapp-Schule ---> Turnhalle

Siegburger Str. 137-139  [?]

40591 Düsseldorf

 

Kobudo ist die Bezeichnung für das ursprünglich auf Okinawa entwickelte Waffensystem (Kobudo bedeutet "alte Kampfart" oder "Waffentradition Okinawas"), zumeist abgeleitet aus der Handhabung verschiedener Arbeitsgeräte. Der Begriff Kobudo bezeichnet heute zum einen die okinawanischen Waffensysteme, die aus landwirtschaftlichen Geräten entstanden sind, und zum anderen die japanischen Waffensysteme der einfachen Bevölkerung. 

http://www.okinawa-kobudo.de

 

     

--->   Bezug : Bauhaus BAUMARKT,  3 cm dick, Buche (bitte keine Tanne oder Fichte!), 185 cm lang, Enden abgerundet.  ca. 6,- € 

Waffenbestellung

 

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      GESCHICHTE des KOBU DO      

 

     

Matayoshi - Kobu Do

http://www.matayoshi-kobudo.de/

Die heute international gebräuchliche Bezeichnung des Systems lautet Kodokan Kobudo Matayoshi, während die Organisation als Shadan Hojin - Zen Okinawa Kobudo Renmei (Gesamtokinawanische Kobudo Föderation - amtlich eingetragene Abteilung) bezeichnet wird. Das System wurde ursprünglich von Matayoshi Shinko zusammengestellt, der 13 Jahre in China die Waffenkünste, das Quanfa und die chinesische Medizin studierte. Er übertrug den Stil auf seinen Sohn Matayoshi Shinpo.

Matayoshi Shinko
Matayoshi Shinko (1888-1947) wurde in eine Shizoku Familie aus Kakinohana, Naha, als dritter Sohn von Matayoshi Shinchin hineingeboren. Er begann in seiner Kindheit mit dem Studium der okinawanischen Waffen Bo, Eiku, Kama und Sai unter der Leitung von Agena Shokuho aus Gushikawa. Später lernte er auch die Kunst der Tonfa und des Nunchaku unter Meister Irei Moshigwa (Jitude), einem Schüler Agenas.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts (1911) reiste er über den Norden Japans nach China, um seine Kenntnisse in den Kampfkünsten zu vertiefen. In der Mandschurei wurde er Mitglied in einer Gruppe von Bergbanditen, die ihm das Reiten, Lassowerfen, Shurikenjutsu und Pfeil- und Bogenschießen beibrachten. 1915 kehrte er nach Japan zurück und demonstrierte seine Kampfkünste zusammen mit Funakoshi Gichin in Tokyo. 
Später gab er mit Go Kenki und anderen Zeitgenossen wie Mabuni Kenwa, Funakoshi Gichin und Motobu Choki öffentliche Demonstrationen in Osaka, Tokyo und Kyoto. Anschließend reiste er nach Shanghai, wo er Mitglied der bekannten Organisation Jing Wu im japanischen Seibukan wurde. In Shanghai lernte er die Kunst des Timbe, der Surujin, des Nuntebo und eine Form des Fukien Shaolinquan, bekannt als Kingai Noon (Hakutsuru ken). Dort wurde er auch in der chinesischen Kräutermedizin und Akupunktur unterrichtet. 1935 kehrte er nach Okinawa zurück und begann, zusammen mit mehreren okinawanischen Meistern, die mitgebrachten Techniken eingehend zu studieren. Durch die vielseitigen Quellen, aus denen Matayoshi Shinko seine Erfahrungen bezog, gewann das okinawanische Kobudo viele neue Erkenntnisse. Seine Kunst vererbte er auf seinen Sohn Matayoshi Shinpo.

Matayoshi Shinpo
Matayoshi Shinpo, Sohn und Schüler von Matayoshi Shinko, wurde vor der zweiten Chinareise seines Vaters geboren und begann mit dem Karatetraining im Alter von 10 Jahren unter Kyan Chotoku und Kobudo unter der Leitung seines Vaters. 1935 lernte er den Kranichstil von Go Kenki, und ab 1945 unterrichtete er Kobudo in Kawasaki.
Nachdem der Vater Matayoshi Shinko 1947 gestorben war, führte sein Sohn Shinpo das Werk seines Vaters weiter. Er lehrte in mehreren Städten Japans, kehrte jedoch 1960 nach Okinawa zurück, um dort zu unterrichten. Er begann damit im Dojo des Goju Ryu Experten Higa Seiko, gründete jedoch 1969 sein eigenes Dojo, das er zu Ehren seines Vaters Shinko Kodokan (erleuchteter Weg) nannte. Dort unterrichtete er viele Meister des okinawanischen Karate im Kobudo. Im Jahre 1970 gründete er die Ryukyu Kobudo Renmei, die 1972 in die Zen Okinawa Kobudo Renmei umgewandelt wurde und wurde ihr Präsident. Heute ist die Organisation international verbreitet und hat Niederlassungen in der ganzen Welt. Matayoshi Shinpo verstarb am 6. September 1997.

+ Kazunari Hiura

Seit 1986 gibt es einen Okinawa-Kobudo Verband Deutschland, der das Zen Okinawa Kobudo Renmei unterrichtet.

 

Okinawa Kobudo

Das okinawanische Kobudo ist eine Weiterentwicklung aus dem alten Kobujutsu, das seit jeher Teil des Karate war.

Erst in den modernen japanischen Stilen wurden die Techniken der leeren Hand von den Waffentechniken getrennt.

Die Entwicklung des Karate zum Wettkampfsystem verlor immer mehr die Übungen mit Waffen, so daß in manchen der heutigen Stile überhaupt keine Waffentechniken mehr geübt werden. Erst in neuerer Zeit, seit die klassischen Stile Okinawas, den japanischen Wettkampfstilen weltweit Konkurrenz machen, wurden die Waffensysteme erneut in die Übungen des Karate aufgenommen.

Die vollständige Bezeichnung dieser Systeme lautete ursprünglich Okinawa-Kobujutsu und wurde im Zuge der Veränderung aller Kampfkünste zum Do in Okinawa-Kobudo umbenannt.

Kobudo bedeutet "alte Kampfart" oder "Waffentradition Okinawas" und beinhaltet die Handhabung verschiedener okinawanischer Arbeitsgeräte.

Im Gegensatz zu den Waffen der japanischen Samurai wurden die Waffen des okinawanischen Kobujutsu von der unter der japanischen Besatzung leidenden Bevölkerung Okinawas entwickelt und dienten der Selbstverteidigung, in vielen Fällen gegen die dort willkürlich wütenden japanischen Samurai.



Entstehung und Geschichte

Die Entstehung des okinawanischen Kobujutsu wird auf die Zeit des ersten Waffenverbotes auf Okinawa festgelegt und der obere Bevölkerungsschicht einerseits sowie der Landbevölkerung andererseits zugeschrieben. Es liegt nahe anzunehmen, daß diese frühen Formen des Kobujutsu zumeist Abwehr- und Konterformen gegen Schwerter und Lanzen entwickelten wurden.

Dazu wurden der Stab, der Spazierstock oder andere lange, griffige Werkzeuge verwendet.

Es ist praktisch sicher, daß sich bereits vor 1600 viele einzigartige Methoden der Selbstverteidigung gegen bewaffnete Angreifer entwickelt hatten, die entweder nur die leere Hand oder auch Gebrauchsgegenstände verwendeten.

Diese Entwicklung führte schließlich zur Methode des okinawanischen Te (Karate) und des Kobujutsu. Viele dieser Techniken sind auch heute noch in den Katas und in den Volkstänzen enthalten. Sie zeigen vorrangig Abwehrformen gegen das Schwert und andere Klingenwaffen.

Dazu verwendete man Geräte wie den sechs Fuß langen Stab (Rokushaku-bo), die kurze Sichel (Kama), den Griff der kleinen Schrotmühle (Tonfa), das Bootsruder (Eiku), den Fischerspeer (Nunte-bo) und eine Vielzahl von anderen behelfsmäßigen Waffen aus Gebrauchsgegenständen, die zur Verfügung standen.

Doch während der früheren Tributzeit, in der die Verbindung zwischen Okinawa und China immer friedvoll war, gab es für die Okinawaner keinen erkennbaren Grund, Waffentechniken zu entwickeln und unverdächtige Gegenstände als Waffen zu benutzen. Erst die Satsuma-Invasion verstärkte den Gebrauch der verschiedenen Waffen zur Selbstverteidigung.


Diese Entwicklung führte schließlich zur Methode des okinawanischen Te und des Kobujutsu. Viele dieser Techniken sind auch heute noch in den Kata und in den Odori (Volkstänze) enthalten. Sie zeigen vorrangig Abwehrformen gegen das Schwert und andere Klingenwaffen. Dazu verwendete man Geräte wie den sechs Fuß langen Stab (Rokushaku-bo), die kurze Sichel (Kama), den Griff der kleinen Schrotmühle (Tonfa oder Tuifa), das Bootsruder (Kai oder Eiku), den Fischerspeer (Nunte-bo) und eine Vielzahl von anderen behelfsmäßigen Waffen aus Gebrauchsgegenständen, die zur Verfügung standen. Doch während der früheren Tributzeit, in der die Verbindung zwischen Okinawa und China immer friedvoll war, gab es für die Okinawaner keinen wirklichen Grund, Waffentechniken zu entwickeln und unverdächtige Gegenstände als Waffen zu benutzen. Erst die Satsuma-Invasion verstärkte den Gebrauch der verschiedenen Waffen zur Selbstverteidigung.

Die Satsuma-Invasion

Nach der Satsuma-Invasion auf Okinawa (1609) bestand die Notwendigkeit der Intensivierung aller Kampfübungen, und dies ist die Zeit, in der sich das Kobujutsu und das Karate zur vollen Blüte entwickelten. Neben der Übung des Karate mußten die Einwohner unverdächtig aussehende Waffen entwickeln, mit denen sie es gegen einen Samurai aufnehmen konnten.

Später organisierten sich die Kampfkunstanhänger, um gegen die Japaner größeren Widerstand leisten zu können. Aus Verbindungen zum chinesischen Quanfa lernten die Okinawaner viel, sowohl in Bezug auf den bewaffneten als auch auf den unbewaffneten Kampf.

Trotz fremder Einflüsse liegt der Ursprung der Kobudo-Waffen in Okinawa. Obwohl die okinawanischen Systeme besonders von den chinesischen stark beeinflußt wurden, entwickelten sie ihren eigenen Charakter und ihre eigenen Methoden.


Auch in den Kobudo-Systemen unterscheiden sich die chinesischen sehr von den okinawanischen. Der Grund liegt im praktischen Bedürfnis der Okinawaner, gegen ihre Feinde bestehen zu müssen, während die chinesischen Systeme, tief verwurzelt in ihrer jahrtausendealten Tradition, ihre Ziele in eigenem Sinne verfolgten.



Das okinawanische Kobudo-System

Die jeweiligen Kobudo-Waffen wurden nach chinesischer Tradition auf der Basis mehrerer Katas geübt, die in neuerer Zeit von einigen Kobudo-Meistern zurückverfolgt und gesammelt wurden.

Aufgrund dieser Arbeit lebten in neuerer Zeit die alten Waffensysteme Okinawas wieder auf und erreichten einen gleichwertigen Platz mit den Waffensystemen der japanischen Samurai. 

Die wichtigsten okinawanischen Kobudo-Waffen sind folgende:

 

Bo ... langer Wander-Stock mit konischen Enden

Tonfa ... Kurbel für Mühlsteine

Sai ... Heugabel mit drei Zacken

Waffenübersicht:

14 Holzwaffen

21 Klingenwaffen

11 Metallwaffe


Bo  - 1,85 m langer Stock mit konischen Enden

 

Tonfa  - Kurbel für Mühlsteine



Sai - Gabel mit drei Zacken


Holzwaffen des Kobudo

Chinte - Kurzstab mit Lederschlinge
Chizekunbo - Faustwaffe, Kurzstab
Dajio - zwei mit Seil verbundene Stäbe (15 cm)
Eiku (Eku, Ueku, Ieku, Kue, Kai, Kuwa) - Fischerruder
Goshakujo - 1,52 m langer Stock
Gusan (Gusanjo) - 1,20 m langer Stock (ovaler Querschnitt)
Hashakubo - 2,43 m langer Stock
Nunchaku (Nunchiku) - Kurzstäbe mit Schnur
Sanshakubo - 90 cm langer Stock (Hanbo)
Takebo - Bambusstock oder Rohr
Tanbo (Nitanbo, Nijotanbo) - zwei kurze Handstöcke
Tankon - 60 cm langer Einhand-Stock
Yonsetsukon - vierteiliger Nunchaku
Yonshakubo (Jo, Tsue, Sutiku, Sanshakubo) - 1,20 m Stock


Klingenwaffen des Kobudo

Bisento - Hellebarde
Hoko - Streitaxt
Ishi gumi - Kreuzbogen
Kama - Sichel
Kama kusari (Kusarigama) - Sichel, Kette und Gewicht
Katana - Samuraischwert
Kogumi - kurzer Bogen
Kuwa (Kue) - Hacke
Naginata - langschaftiges Schwert
Nata - langschaftiges Beil
Nichokama - zwei kettenverbundene Sicheln
Puku - Jagdspeer
Rokushaku kama - 1,80 m langer Stock mit einer Sichel
Ryobu katana - gekrümmtes Schwert
Tanto - kurzes Messer
Tinbe/Rochin - Schild und Speer
Toyei nobori kama - 170 cm langer Stab mit beilförmiger Klinge
Yama katana - breitklingiges einseitig geschliffenes Schwert
Yamanaji - Bergschwert
Yari - langschaftiger Speer
Yumi ya, Oyumi - großer Bogen, Langbogen



Metallwaffen des Kobudo

Gekiguan - Stock (1,20 m) mit Kette und Gewicht
Manji sai - Gabel mit Widerhaken
Nuntebo (Nunti, Nuntei) - Fischerspeer
Surujin (Kusari) - Kette mit Gewichten
Tekchu (Tikchu, Techu) - Stab mit Ring und Spitze
Tekko - Faustwaffe, Schlagring
Teko - Faustwaffe, spitzer Kurzstab
Tuja - dreigezackter Fischerspeer
Kushakubo (Kyushaku bo) - 2,74 m langer Stock
Renkuwan (Uchibo) - Dreschflegel (langer und kurzer Stock)
Sansetsukon (Sanchakukun, Sanbon nunchaku) - dreiteiliger Nunchaku


Weitere Waffen des Kobudo

Kasa - Papier-, Bambus- oder Sonnenschirm
Ogo - Papier- oder Stoffächer der Anji
Kanzashi - Haarnadel
Kiseru - Tabackpfeife
Chimi - Plectrum für Musikinstrumente
Mame - getrocknete Bohnen als Wurfwaffe
Kenju - Steinschloßpistole
Hinawaju - Muskete

Ryukyu-Kobudo

Die Ryukyu Kobudo Hozon Shinkokai (Gesellschaft zur Förderung und Bewahrung des Ryukyu-Kobudo) wird heute von Akamine Eiko (Eisuke) geleitet und ging aus der Ryukyu Kobujutsu Kenkyukai (Ryukyu Kobujutsu Research Association) hervor, die 1911 von Yabiku Moden als Forschungsinstitut für okinawanisches Kobudo gegründet wurde. Yabiku hatte Karate von Itosu Yasutsune, Yamane-ryu von Chinen Sanda sowie Kobujutsu von Tawada Peichin (Tawada no Meigantu) und Kanagusuku Sanda gelernt.

Wetere Infos:

http://www.budostudienkreis.de/BSKShop/indexSHP.htm

http://www.kobudo.de/start.html

http://www.tesshinkan.de/index_ger.html

 

Japanisches Kobudo


Die vollständige Bezeichnung lautet Nihon Kobudo, ehemals Kobujutsu und ist der Begriff für die mittelalterlichen Waffensysteme aller Bevölkerungsschichten Japans, die nicht zu den proffessionellen Kriegern (Bushi oder Samurai) gehörten.

Allgemein

Die japanischen Kobudo-Systeme (in diesem Sinn bedeutet Ko "gering") entstanden überwiegend aus den Techniken der Schulen Tenshin Shinyo ryu, Yanagi ryu, Sosuichi ryu und Takeuchi ryu, aus den Schulen der Naginata, des Sojutsu, des Taijutsu, des Kyujutsu (Ogasawara ryu), des Hogujutsu, des Rensha Sankaku, des Hojutsu, des Yoroi Kumi uchi und vielen anderen. Damit bezieht sich die Bezeichnung Kobudo auf alle japanischen Ryu, die nichtkonventionelle Waffen benutzten und die in einem bedeutend größeren Umfang von der japanischen Bevölkerung (Heimin) speziel von Bauern (Hyakusho), Kaufleuten (Akindo), und Handwerkern (Shokunin) aber auch von Kriegermönchen (Sohei, Yamabushi), Bettelmönchen (Komuso), Polizei (Metsuke) und von vielen Gesetzlosen (Ninja, Wako) verwendet wurden. Die Samurai, die sich zumeist auf ihre "edlen" Waffen beschränkten (Buki), betrachteten einige dieser Waffensysteme sogar als unwürdig und übten sich schon allein aus diesem Grund nicht in ihnen. Viele Waffen der Ninja, die sicherlich die meisten Systeme des japanischen Kobudo entwickelten, wie z.B. Kama, Surujin oder Manriki gusari fielen in diesen Bereich.
Die japanischen Kobudo-Waffen sind heute – obwohl im Ursprung nicht gleich - weitgehend mit den okinawanischen vermischt. In Japan werden sie in den traditionellen Schulen unterrichtet, meist zusammen mit den Samurai-Waffen. Die Kobudo-Waffen sind als sportliche Systeme in der japanischen Föderation Nippon Kobudo Shinko Kai (gegründet von Meister Inoue) organisiert.

Der Einfluss der Bauern (Hyakusho)

Zu bemerken ist, daß viele Systeme des Kobudo von Bauern gegründet wurden, die sich in Revolten (Ikki) gegen die Unterdrückung der Feudalherren erhoben. Die insgesamt 1240 Bauernaufstände von 1599 bis 1867 waren äußerst gewalttätig und wurden von den Buke mehr gefürchtet, als jeder Krieg mit ihresgleichen. Meistens wurden die Aufstände brutal niedergeschlagen und die Anführer sofort getötet. Doch viele Beuernführer verschwanden auch in den Bergen und suchten bei Räuberbanden und Gesetzlosen einen sicheren Hafen, oder gingen in die Unterwelt der Küstenstädte und Handelsmetropolen.
Ein bemerkenswerter Fall, der das kriegerische Potential der Bauern zeigt, wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts in dem Massaker von Shimabara deutlich. Die Neigung der Bauern zum Kämpfen und somit auch zum Entwickeln von Waffen - typischerweise aus ihren Arbeitsgeräten - wird in diesem und in anderen Aufständen im umfangreichen Arsenal von Knüppeln (Bo), Sicheln (Kama), miteinander verbundenen Stöcken (Nunchaku), Ketten (Surujin, Kusari), Werkzeugen zum Zermahlen von Reis (Tonfa) usw. deutlich, aber auch in Systemen der traditionellen Samurai-Waffen, die den Kriegern auf die eine oder andere Art weggenommen wurden. Der bäuerliche Einfluß war zwar in den Metropolen gering, doch es gibt deutliche Hinweise darauf, daß die Bauern ihre eigenen Kampfkonzepten gründeten, wenn sie gezwungen wurden, gegen ihre Unterdrücker zu kämpfen. In den Provinzen blieben die Bauern die schrecklichsten Gegner der Bushi, mit denen kein Krieger etwas zu tun haben wollte.
Die Bauern waren von Natur aus traditionell eingestellt und übernahmen den strengen Ehrenkodex der Bushi in eigener Weise (Kikotsu). Sie konnten einem Todesurteil mit derselben Gelassenheit wie ein Krieger begegnen. Viele von ihnen hielten auch Schritt mit den neuesten Entwicklungen des traditionellen Bujutsu. Dazu beherbergten sie Ronin in ihrem Haushalt, um von ihnen die Militärkünste der Samurai zu erlernen.
Nach der Meiji-Restauration wurden die aufstänischen Satsuma-Samurai ebenfalls mit Bauern auf dem Schlachtfeld konfrontiert, denn das moderne Japan rekrutierte den Großteil seiner neuen Armee von den Bauernhöfen und Reisfeldern des Landes, ebenso wie die extrem vom Clan-Denken und von großer Hingabe geprägten Kader der unteren Offiziere, die eine so entscheidende Rolle für die Entwicklung Japans und Asiens im 20. Jahrhundert spielen sollten.

Die militanten Mönche (Sohei und Yamabushi)

Fast jede in Japan etablierte Religion hat zu irgendeinem geschichtlichen Zeitpunkt eine militante Stellung gegenüber der Staatsmacht bezogen. Der Kaiser (Tenno) war zwar der Hohepriester des Shinto, und später immer eng verflochten mit den Göttern der buddhistischen Richtungen, doch wie in allen Ländern der Erde, ging es auch in den japnaischen Glaubensrichtungen eher um die Macht, als um die Wahrhaftigkeit des Glaubens. Die militanten Glaubensfürsten Japans waren daher keine Ausnahme, wenn auch ihre Methoden sich von jenen des Christentum unterschieden.
Die Grundreligion Japans ist der Shintoismus. In den Chroniken der Nara-Periode werden zum ersten Mal die 6 Sekten des Buddhismus erwähnt, die vom Festland importiert wurden: Jojutsu, das aus dem Hinayana abgeleitet wurde und später mit der Sanron-Sekte verschmolz, Kusha, das von zwei japanischen Priestern im Jahre 658 als Abzweig der Sarvastivada-Lehre eingeführt wurde, Hosso, gegründet von dem Mönch Dosho, aus der Heilslehre des Yogacara, mit zwei wichtigen, unabhängigen Tempeln in Nara (Kofukuji und Gankoji), Sanron, abgeleitet aus der Madhyamika-Heilslehre in Indien von Nagarjuna gegründet und wahrscheinlich von dem koreanischen Priester Eikanin in Japan eingeführt (der Hauptsitz befand sich im Horyuji-Tempel), Kegon, entstanden aus der Avatamsaka-Lehre und in Japan von Ryoben im Jahre 736 eingeführt (Zentrum im Todaiji-Tempel) und schließlich die Ritsu-Sekte der Vinaya-Lehre, die im Jahre 754 nach Japan kam.
In der späten Heian-Periode wurde aus dem Tendai die Sekte Jodo und ihre Abspaltungen von Honen Shonin (Genku) gegründet, im 10. Jahrhundert entstanden aus den Lehren Genshins die verschiedenen Sekten des Amidismus, die rebellierende Sekte des Nichiren und schließlich die verschiedenen Sekten des Zen (Rinzai-, Soto-, Obaku u.a.). Sie alle wollten an die Macht oder diese erhalten und setzten Krieger (Ozonakama) zur Bewachung ihrer Tempel und zum Schutz ihrer Heiligtümer ein. Diese wurden aus den Reihen der Mönche und Priester (Terabushi), der enteigneten Bauern, der Söldner usw. rekrutiert.
Die mächtigsten von allen waren die großen Mönchsorden in den Bergen mit ihren Kohorten von Yamahoshi und später Yamabushi. Scheinbar entwickelten sich diese Orden ursprünglich aus Eremiten, Asketen und anderen "heiligen Männern", die die Wege der Einsamkeit in der Wildnis gingen und übernatürliche Kräfte zu erlangen suchten. Ihre Suche (Shu) nach diesen Kräften (Ken) vereinigte nach und nach verschiedene Methoden (Do), die als "Weg der übernatürlichen Kräfte" (Shugendo) bekannt wurde. Organisierte Gruppen dieser Bergkrieger werden in Berichten über das 10. Jahrhundert erwähnt, ebenso wie die "Männer der Ebene" (Nanushi). In den Chroniken werden diese Gruppen hauptsächlich mit den Schulen des Shingon (Kongobuji auf dem Berg Koya südlich von Kyoto) und Tendai (Enryakuji auf dem Beg Hiei) in Verbindung gebracht und waren die Ausbilder der späteren Ninja, die die meisten der Kobudo-Systeme Japans überliefert haben.
Für diese Sekten waren die abgelegenen Berge die richtige Umgebung für die Ausübung ihrer Methoden. Entsprechend dienten ihnen die Tempel als Zufluchtsorte, deren Bewohner sie in verschiedenen Methoden des Shugendo unterrichteten. Viele Tempel gehörten der Lehre des esoterischen Mikkyo an, das die Grundlage sowohl des Tendai als auch des Shingon war. Daher wurden in nahezu allen Bergtempeln, im Gebiet um Kimbusen bis nach Kumano, von Omine bis Yoshino, Unterkünfte (Seishin ya) für die Yamabushi eingerichtet und von militanten Mönchskriegern geschützt. Es gab gut organisierte Armeen (Konsha) sowohl der Bergkrieger (Yamabushi), wie auch der Mönchkrieger (Sohei) die die "Bewohner der Tempel" (Shinjin), bestens schützten. Ihre Aktivitäten wurden von Hauptzentren dirigiert (Shogo in für die Tendai-Sekte, Sambo in für die Shingon-Sekte). Aus diesen Zentren bildeten sich schließlich zwei militante Untersekten: die Honzan ha und die Tozan ha, die beide mehrere Generationen hindurch aktiv an den japanischen Bürgerkriegen teilnahmen.
Mehr als 400 Jahre lang führten die Buke Krieg gegen die militanten Priester, z.B. der Ikko (Ikko ikki) oder anderer Sekten, bevor es ihnen gelang, sie zu besiegen. Es war Oda Nobunaga, der ihnen während der Momoyama-Periode den tödlichen Stoß versetzte: er zerstörte den Shin-Tempel in Mikawa (1564), den Enryakiji vom Hiei zan (1571), den Tempel aus Nagashima (1574) und den Honganji (1580) von Osaka. Nobunagas Nachfolger, Hideyoshi, griff die Tempel von Negoro, Saiga, Kumano, Yoshino (Kokawa dera) und mehrere andere an und unterwarf sie. Während der Herrschaft der Tokugawa wurden sie unter strenger Bewachung gehalten die Gemeinschaften der Mönche wurden zahlenmäßig limitiert, die Mönche selbst auf viele kleine und leicht zu führende Zentren verteilt und ihre Vorrechte stark eingeschränkt.
Die militanten Mönche waren in der Regel sehr geschickt im Umgang sowohl mit traditionellen als auch mit volkstümlichen Waffen. Stock (Bo), Pfeil und Bogen (Yumi/Ya), Schwert (Ken) und vor allem der Speer (Yari) waren vertraute Waffen für sie. Die Naginata wurde von ihnen wahrscheinlich erfunden und erst später von der Bushi übernommen. Selbst nach der überwältigenden Niederlage durch Nobunagas Krieger nahmen die Mönche weiterhin aktiv an der Entwicklung des Bujutsu und Kobudo teil.

Die japanischen Kobudo Waffen
Bo - 1,80 m langer Stock Kyoketsu shoge - Seil und Widerhaken
Chigiriki - Stock und Gewicht Shakuhachi - Flöte der Komuso
Hanbo - 90 cm langer Stock Shuriken - Wurfgeschosse
Jitte (Sai) - Gabel Surujin - Kette
Jo - 1,20 m langer Stock Tessen - Fächer
Kama - Sichel Tetsubo - langer Eisenstab
Kongo - Kurzstock Yawara-Stock - Faustwaffe
Koshinobo - 20 cm Stock Yubibo - Fingerstock
Kusari gama - Kettensichel

Die Stocksysteme



Der japanische Stock (Bo)

In den japanischen Kampfkünsten verwendet man den Begriff Bo für den Stock als Waffe (identisch mit dem okinawanischen Kon). Bo ist eine übergeordnete Bezeichnung für alle japanischen Stockwaffen, hat sich jedoch in der neueren Zeit als Begriff für den langen Stock (1,80 m) durchgesetzt. Das System, das den Gebrauch des Stockes als Waffe lehrt, nennt man Bojutsu. Doch auch dieser Begriff bezieht sich mehr auf die Anwendung des 185 - 190 cm langen Stockes (Rokushakubo), der einen Durchmesser von etwa 3 cm hat, während man für die anderen Stockvarianten eigene Namen gebraucht.
Der Stock wurde seit jeher überall in Asien als Waffe verwendet. Manche Systeme haben sich voneinander unabhängig entwickelt, so daß heute zwischen den japanischen Stockkünsten und den okinawanischen Methoden erhebliche Unterschiede bestehen. Im heutigen Kobudo dominieren zumeist die okinawanischen Richtungen. Dennoch gebraucht man darin häufig die japanischen Bezeichnungen (Bo, Jo, Hanbo, Koshinobo, Yubibo, Kongo und Tessen).

Der okinawanische Stock (Kon)

Bo und Jo sind die ältesten Waffen Okinawas. Nach der Ankunft der "36 Familien" (Kumemura und Okinawa) auf den Ryukyu entwickelte sich der Umgang mit dem Bo zu einer eigenständigen Waffenkunst, genannt Boho. Der Stock der in Tanzvorführungen (Odori) gebraucht wurde, nannte man Meikatobo, den Kampfstock (Bokata) Oisangu.
Die Entwicklung des Stockes (Kon) zur Waffe auf Okinawa hängt eng mit der Geschichte des Landes zusammen und wurde insbesondere durch die Besetzung der Satsuma-Samurai gefördert. Während in Japan der Gebrauch des Stockes als Waffe von den Samurai entwickelt wurde (Tetsubo und Jo) und den typischen Ausdruck ihres Kampfstils trägt, gebrauchte man ihn auf Okinawa ausschließlich zu Zwecken der Selbstverteidigung gegen die Samurai. Unter den jeweiligen Stockbezeichnungen im Lexikon wird auf die geschichtliche Entwicklung ausführlich eingegangen, während dort Hinweise zu finden sind, ob sich das jeweilige System in Japan oder in Okinawa entwickelt hat. Der Gebrauch der Stöcke als Waffen innerhalb des Kobudo wird unter dem Begriff Jutsu mit vorausgegangener japanischen Bezeichnung der Waffe beschrieben (Bojutsu, Jojutsu, Hanbojutsu, usw.). Auf Okinawa kennt man folgende Stockwaffen:


VARIANTEN DES OKINAWANISCHEN BO Kushakubo
Sunakakebo (Kai, Eiku)
Rokushakubo (Bo)
Yonshakubo (Jo)
Sanshakubo (Hanbo)
Tanbo
Shoshakubo
Teko, Tekko, Tek chu - 2,70 m langer Stock
- Ruder
- 1,80 m, in Japan Bo
- 1,20 m, in Japan Jo
- 90 cm, in Japan Hanbo
- 50 cm
- 40 cm
- Kurzstäbe, Faustwaffen


Kushakubo

Okinawanische Stockwaffe mit Überlänge (2,70 m). Ein Shaku ist auf Okinawa eine Maßeinheit und beträgt ungefähr 30 cm. Ku steht für "neun". Dieser Bo ist heute weit weniger bekannt als der Rokushakubo (6 mal 30 cm), war jedoch früher auf Okinawa eine beliebte Waffe.
Der Kushakubo hat eine Vielzahl von Formen, doch die üblichste und meist verwendete ist völlig rund und glatt poliert. Vierkantige Hölzer nannte man Kakubo, der sechskantige Stock hieß Rokukakubo, der achtkantige Hakukakubo, während die Stäbe aus rundem Bambus Takebo genannt wurden. Der runde Bo verjüngte sich, beginnend von ungefähr einem Drittel seiner Länge, an beiden Enden. Die japanischen Stockwaffen waren auf ihrer gesamten Länge dagegen fast immer gleich dick. Die okinawanischen Meister jedoch behaupten, daß durch die Verjüngung des Stockes dem Gegner das Ergreifen erschwert wird, während man selbst einen guten Griff behalten kann.
Auf Okinawa wurde das Kämpfen mit dem Stock als Kunst und Wissenschaft angesehen. Jeder kleine Vor- oder Nachteil wurde abgewogen und entsprechend genutzt. Ein guter Kushaku bo mußte vollkommen gerade und völlig frei von Knoten sein. Seine Oberfläche war glatt poliert und mußte reibungslos durch die Hände gleiten können.
Das größte Problem für den Kushaku bo war seine Länge. Man konnte ihn nicht verstecken, und jedem, der durch Waffenkünste irgendeiner Art auffiel, drohte Lebensgefahr. Nicht immer konnte man einen Kushaku bo mit sich herumtragen und behaupten, es sei ein Wanderstab. Da die Waffenkünste immer von der Übung des Tode begleitet waren, hatten die okinawanischen Kampfkunstexperten vom Makiwaratraining stark verformte Hände, und dies, zusammen mit einem Bo, war für die Satsuma Beamten Grund genug, sofort die Todesstrafe zu verhängen. Aus diesem Grund mußte die Übung mit dieser Bovariante sehr vorsichtig betrieben werden.
Die verschiedenen Bewegungen, die mit der Vielzahl der Bo möglich sind, müssen in Betracht gezogen werden, wenn man die Einzigartigkeit jeder einzelnen Bo Variante verstehen lernen will. Wurde der Kushaku bo mit beiden Händen an einem Ende gegriffen, waren sehr starke Schlag-, Dreh- und Schwingtechniken möglich. Der lange Bo erzeugte darin eine ungeheure Kraft. Die alten Kobudomeister schätzten dies sehr, denn in einer Konfrontation mit einem bewaffneten Samurai war es nötig, den Kampf so früh wie möglich mit einer starken Technik zu beenden. Durch die differenzierten und hochentwickelten Grifftechniken wurden solche Kampfmethoden möglich. Die Hände wurden so gesetzt, daß die Knöchel der Führhand nach oben zeigten. Die Spitze des Bo zeigte in einem 45 Grad Winkel nach außen. Der Grund dafür war, daß der Bo in dieser Position nur schwer aus den Händen geschlagen werden konnte. Der Gegner müßte dazu von oben nach unten schlagen. Dies war jedoch unmöglich, wenn sich die Bo Spitze auf der Höhe seiner Augen befand.

Eiku

Bootsruder (auch Eku, Sunakakebo oder Kai), okinawanische Waffe des Kobudo.
Die Länge des Eiku beträgt etwa 1,35 - 1,60 m. Der runde Griffteil ist ungefähr 1 m lang, der Paddelteil hat eine Länge von bis zu 60 cm, wobei der klingenähnliche Teil auf eine Breite von ca. 9 cm abgeflacht ist. Die äußeren Kanten dieser Fläche sind angeschärft, damit sie sich nach außen hin verdünnen. Das Paddelende des Eiku ist in einem 45 grädigen Winkel zugespitzt und verschärft. Es gab Kobudo Übende, die dieses Ende so schärften, daß es wie ein Speer verwendet werden konnte. Der Eiku Griff hat einen Durchmesser von etwa 3 cm, und der Paddelteil hat in der Mitte des abgeflachten Endes eine Dicke von 1,5 cm.
Der Umgang mit dem Eiku entwickelte sich in der Umgebung der okinawanischen Fischer, die es täglich zur Arbeit gebrauchen mußten. Diejenigen von ihnen, die in der Kunst der leeren Hand oder im Kobudo geübt waren, erkannten sehr schnell, daß es sich sehr wirkungsvoll in der Selbstverteidigung einsetzen ließ. Die Fischer hatten durch den täglichen Umgang genug Kraft in den Armen und im Oberkörper entwickelt, um es leicht und schnell einzusetzen. Es war insbesondere sehr effektiv gegen das japanische Samurai Schwert und den japanischen Speer. Der Eiku-Übende brauchte nicht zu befürchten, daß das Ruder durch einen kraftvollen Schwertschlag in zwei Teile geschnitten wurde. Der runde Griff des Paddels ermöglichte alle Stocktechniken, während der flache Paddelteil wie eine Klinge verwendet werden konnte. Ein Hieb mit diesem Teil hatte dieselbe Wirkung wie der Schlag mit einer Axt. Da das Paddel zur täglichen Arbeit verwendet wurde, konnte es auch offen mitgeführt werden, ohne das Mißtrauen der Satsuma Krieger zu erwecken.
Die Kampfkunst mit dem Eiku wurde mittels Kata weitergegeben und hat sich im Laufe der Jahrhunderte unwesentlich verändert. Die Eiku-Kata sind heute selten und werden nur noch von wenigen geübt. Die wichtigsten sind: Matsumura no eiku, Akahachi no eiku, Tsuken Sunakake no eiku, Sunakake no eiku und Nakazato no eiku.

Rokushakubo

Die gebräuchlichste Form des okinawanischen Bo. Roku (sechs) shaku (ca. 30 cm) ist ein Stock mit einer Länge von ungefähr 1,80 m.

Yonshakubo

Okinawanische Variante der verkürzten Stockwaffen (Yon - vier, Shaku - etwa 30 cm, insgesamt 1,20 m), in der Form identisch mit dem japanischen Jo. Während der japanische Jo seine eigenen Methoden, blieb der okinawanische Yonshakubo davon weitgehend unbeeinflußt und wurde in seiner Weise ausschließlich von den okinawanischen Kobudo Meistern gebraucht.
Der Yonshakubo ist etwa 1,20 m lang und hat einen Durchmesser zwischen 2,5 und 3 cm. Der Durchmesser war gewöhnlich über die ganze Länge gleich. Gelegentlich wurde der Bo an beiden Enden zu einer sehr scharfen Spitze verdünnt.
Heute gebraucht man auch für den okinawanischen Yonshakubo weitgehend die Bezeichnung Jo und für seine Techniken die Bezeichnung Jojutsu. Obwohl dieser Waffe die Reichweite des Kushaku bo und des Rokushaku bo fehlt, ist sie angenehmer mit einer Hand zu gebrauchen. Mit der Länge des Arms zuzüglich der Länge des Jo konnte man ausreichende Weiten erzielen.
Nachdem die Satsuma Okinawa besetzt hatten, begann für die Bevölkerung eine harte Zeit. Die älteren Menschen wurden als unproduktiv bezeichnet und oft grundlos grausam behandelt. Da sie nicht mehr die Kraft ihrer Jugend besaßen, mußten sie sich auf den Gebrauch ihrer Gehstöcke verlassen. Heute glaubt man, daß der größte Teil der Yonshaku Techniken davon beeinflußt ist. Der Gehstock der Alten und der Yonshakubo waren ursprünglich dasselbe. Für die älteren Menschen war er ein ideales Mittel, sich gegen die Satsuma zu verteidigen.
Die Alten mußten sich dabei weit mehr auf eine feine Technik als auf ihre Kraft verlassen. Deshalb beruhen viele heutige Techniken mit dieser Waffe im Gegensatz zum japanischen Jo auf Hebeln, Gleichgewichtsbrechen, Täuschungen und Techniken zu den Vitalpunkten des Körpers. Für die älteren Menschen war es niemals ein Problem, mit einem Gehstock herumzulaufen, und daher konnte das Besitzen eines solchen Stockes nur schwer von den Satsuma-Samurai verfolgt werden. Auf okinawanischer Seite führte dies zu einem ungeheuren Aufschwung der kurzen Stockwaffentechniken. Doch der Gebrauch dieser Waffe beschränkte sich fast ausschließlich auf die älteren Menschen, während die jungen die größeren Stockwaffen (Rokushakubo) bevorzugten.
Da der Yonshakubo kürzer war als der Rokushakubo, konnte er im Angriff sehr schnell mit nur einer Hand von einem Ziel zum anderen umgelenkt werden. In der Verteidigung wurden gewöhnlich beide Hände verwendet, um den mittleren Teil des Bo zu unterstützen. Darauf bauten die okinawanischen Techniken dieser Waffe auf, während der japanische Jo mehr wie ein Schwert oder eine Lanze gebraucht wurde.
Die Techniken des Yonshakubo wurden Generationen hindurch vom Meister an seinen Nachfolger weitergegeben, und es war nicht ungewöhnlich, daß die Meister ihre jungen Schüler in dieser Technik überhaupt nicht unterrichteten. Häufig wartete man damit, bis ein Schüler ein Alter erreicht hatte, in dem er die Einzigartigkeit und die Wirkung dieser Waffe tatsächlich verstehen konnte. Selbst heute noch ist es auf Okinawa üblich, daß die jüngeren Schüler in die Kunst der langen Stockwaffen eingeführt werden, während der Yonshakubo, der keine körperlich Kraft benötigt, von den Alten geübt wird.

Sanshakubo

Okinawanische Stockwaffe (San - drei, Shaku - etwa 30 cm, insgesamt 90 cm), identisch mit Hanbo und Sanyakubo. Die heute im Kobudo geübte Methode des japanischen Hanbo, die von Meister Hatsumi Masaaki im Kukishin ryu klassifiziert wurde, ist die japanische Kampfkunst mit dem Hanbo.
Der Sanshakubo wurde wie alle okinawanischen Stockwaffen vor 1600 aus chinesischer Eiche oder rotem Ahorn hergestellt. Nach der Satsuma Invasion verwendete man dazu das Holz der japanischen roten Eiche. Auch gab es Stockvarianten aus Bambus oder Rattan. Der Durchmesser des Stocks beträgt über seine gesamte Länge zwischen 2,5 und 3,5 cm.
Auf Okinawa wurden diese Stockvarianten häufig paarweise benutzt (Nitanbo), doch konnten sie in derselben Weise auch einzeln gebraucht werden. Letzteres setzte immer eine Verbindung mit den Kampfkünsten der leeren Hand voraus, was auch heute noch üblich ist. Die frühen Formen dieser Waffen hatten ein kleines Loch am Stockende, woran eine Schnur oder ein Lederband befestigt war, das zwischen 35 und 50 cm lang war. Der Kämpfer wickelte es um sein Handgelenk, um zu verhindern, daß er seine Waffe aus der Hand verlor. Andere Varianten hatten eine längere Schnur, die um die Hüfte gebunden wurde, um den Bo auf diese Weise zu transportieren. Die Schnüre führten auch zu besonderen Verwendungen des Sanshakubo. Er konnte geworfen oder gedreht und an der Schnur wieder in die Hand zurückgenommen werden.
Der kürzere Bo hatte den Vorteil, daß er leicht zu verbergen war, doch gegen die gefährlichen Schwerter der Satsuma Samurai hatte er nicht so viel Effektivität wie die längeren Waffen. Ein Schwertschlag konnte ihn ohne weiteres zerschneiden. Aus diesem Grund unterscheiden sich die Techniken mit dem kurzen Bo sehr von den Techniken mit den langen Stockwaffen. Das wichtigste Element ist hier die Überraschung. Dies bildet die Grundlage für alle Praktiken mit den kürzeren Waffen. Die okinawanischen Meister lehrten, daß alle Techniken mit dem kurzen Bo sehr schnell sein mußten und daß auf die Ausweichbewegungen des Körpers ein größerer Akzent gelegt werden mußte als bei anderen Stockwaffen. Die Abwehrbewegungen sind weit mehr auf Ableitungen der gegnerischen Angriffe bedacht als zum Beispiel auf Blocken. Auch wurden Techniken entwickelt, mit denen eine sehr schnelle Richtungsänderung des Schlages möglich war (z.B. zwei kurze Schläge nacheinander ohne Unterbrechung).
Die meisten traditionellen Techniken mit dieser Waffe betonen kreisförmige oder stoßende Bewegungen. Die Abwehrtechniken werden mit schwingenden Bewegungen ausgeführt, was die Deutung der klassischen Kata heute erschwert (dieselbe Bewegung kann ein Angriff oder eine Verteidigung sein). Gegen ein Schwert waren schnelle Bewegungen aus dem Handgelenk notwendig, während man mit Fußbewegungen beständig dabei war, den schneidenden und stechenden Techniken des Schwertes auszuweichen.
Mit dem Sanshakubo bewaffnet, die Herausforderung eines Samurai anzunehmen, war sehr gefährlich. Die Meister dieser Variante mußten deshalb ein außergewöhnliches Können entwickeln, und dies führte dazu, daß die Techniken des Sanshakubo heute hochentwickelt und sehr fein sind. Dies zeigt sich in allen überlieferten Kata mit diesem Bo. Heute gehört er zu den beliebtesten Selbstverteidigungswaffen, da er in der heutigen Situation (es gibt keine Schwerter mehr) in der Selbstverteidigung sehr vielfältig zu gebrauchen ist.

Tanbo

Okinawanische Stockwaffe (Bo). Der Tanbo ist etwa 60 cm lang, 3 bis 3,5 cm dick und wird gewöhnlich aus roter japanischer Eiche hergestellt. In den meisten Fällen wird er paarweise gebraucht (Nitanbo). Es gab Varianten, an deren Ende eine Schnur befestigt war, wodurch der Stock gewirbelt werden konnte, indem man das eine Ende der Schnur festhielt.
Der Tanbo oder die Nitanbo (zwei Tanbo) wurden von den okinawanischen Bauern zur Selbstverteidigung benutzt. Solche kurzen Stöcke waren vielfältig in ihrem alltäglichen Gebrauch und daher als Verteidigungswaffe sehr beliebt. Man suchte andauernd nach neuen Möglichkeiten und Varianten, und so entwickelten sich die Techniken des Tanbo auf einer hohen Ebene. Es liegt außerdem sehr nahe, daß die okinawanischen Tanbo Techniken von denen des philippinischen Stockes (Baton), der in der Selbstverteidigungsform Arnis verwendet wird, beeinflußt sind.
Im Laufe der Zeit entwickelten sich viele Variationen des Tanbo. Einige von ihnen hatten Spitzen über die gesamte Länge des Schaftes mit Ausnahme der Griffflächen. Heutige Abkömmlinge des Tanbo finden sich in den okinawanischen und japanischen Polizeiknüppeln. Die dortige Polizei wird in der Kunst des Tanbo unterrichtet (Keijojutsu). Bekannte Tanbo Kata sind die Sekiun no Tanbo und die Noburo no Tanbo.

Shoshakubo

Der Shoshakubo war eine kurzreichende Waffe, die ursprünglich aus weißer Eiche, rotem Ahorn und schließlich aus japanischer roter Eiche hergestellt wurde. Die meisten Stöcke waren völlig rund, hatten eine Durchmesser von 2,5 bis 3 cm und eine Länge von 30 cm. Manchmal waren sie an beiden Enden zu einer sehr scharfen Spitze verjüngt. Auch kannte man Variationen, die an einem Ende eine Schnur oder ein Lederband befestigt hatten. Geübte Shoshaku bo Kämpfer konnten den Bo auch werfen und besaßen darin eine Treffsicherheit bis zu 12 m.
Je kürzer die Stockwaffen waren, umso mehr betonte man ihre Verwendung zusammen mit den Techniken des Tode. Durch die kurzen Stockwaffen entstanden in den Künsten der leeren Hand viele Techniken der Unterstützung durch beide Hände oder durch den Tanbo. Heute sind sie in den Künsten der leeren Hand allgemein üblich. Wahrscheinlich kommen sie aus den Praktiken des Umganges mit dem Tanbo und Shoshakubo, in denen solche unterstützte Techniken bevorzugt gelehrt werden.

Teko

Okinawanische Kobudo-Waffe. Teko gehört zu der Gruppe der okinawanischen Faustwaffen, die aus dem Chizekunbo entstanden.
Die Waffe bestand ursprünglich aus einem knorrigen Hartholzteil, bei dem der Astknoten vorsprang. Aus diesem schnitzte man eine scharfe Spitze, die ungefähr 2,5 cm zwischen dem Zeige- und Mittelfinger hervorrragte. Fand man keinen knorrigen Ast von geeigneter Größe, wurde der Teko eigens geschnitzt, damit er genau in die Hand des Übenden paßte. Zur besseren Kontrolle der Waffe hatte der Teko noch eine Fingerschlinge.
Die späteren, weiterentwickelten Teko Formen wurden aus weichen Metall wie z.B. Blei hergestellt. So entstanden wahrscheinlich die ersten Versionen der okinawanischen Schlagringe (Tekko). Obwohl die Finger noch nicht von geschlossenen Metallringen geschützt wurden, ist die Form im wesentlichen dieselbe.

Tekchu

Okinawanische Waffe des Kobudo. Der Tekchu gehört zu den Faustwaffen (Chizekunbo) und vereinigt Aspekte des Chizekunbo und des Teko.
Die Waffe besteht aus einem Metallring, der an einen Metallschaft geschmiedet ist. Auf der oberen Seite des Ringes befindet sich eine scharfe Spitze. Der Ring paßt genau in den Mittelfinger, so daß die Spitze zwischen den Knöcheln der geschlossenen Faust herausragt.
Die Waffe wurde ursprünglich aus Holz, danach aus Blei oder anderen weichen Metallen und später aus Eisen hergestellt. Bei manchen Tekchu waren die beiden Enden scharf zugespitzt und standen an jeder Seite der Faust hervor. Er wurde einzeln oder paarweise verwendet, und mit ihm konnten alle Techniken des Tode ausgeführt werden.

Tekko

Okinawanische Waffe des Kobudo. Der Tekko wird auf Okinawa als "Eisenfaust" bezeichnet. Er ist eine spätere Entwicklung aus dem Tekchu und gehört zu den okinawanischen Faustwaffen (Chizekunbo).
Der Tekko wurde ausschließlich aus Eisen gemacht und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Massenproduktion hergestellt. Er war so geformt, daß sich die Vertiefungen des Schaftes genau den Fingern der Hand anpaßten. Über dem Knöchelteil der Faust lag ein vollständig gegossenes Eisenband. Dieses hatte drei große Spitzen, die ungefähr 2,5 cm über die Faust hinausragten und drei der vier Faustknöchel darstellen sollte. Die Spitzen waren meist rund und äußerst scharf.
Als der Satsuma-Clan 1609 Okinawa besetzte, gab es den Tekko noch nicht. Damals gebrauchte man nur den Chizekunbo, den Tekchu und den Teko als Faustwaffen. Um 1.900 jedoch war der Tekko weit verbreitet. Die meisten okinawanischen Kobudo Experten jener Zeit hatten diese Waffe vollständig gemeistert.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Tekkojutsu auf Okinawa sehr verbreitet. Zu dieser Zeit hatte sich die okinawanische Kampfkunst (Okinawa te) sehr stark entwickelt. Praktisch jeder Meister, der diese Kunst beherrschte, hatte auch den Umgang mit dem Tekko vollständig gemeistert. Fast alle Techniken des Okinawa te konnten ohne große Veränderung auch mit dem Tekko ausgeführt werden.
Tekko wurde entwickelt, um die Schlagkraft der Fausttechniken zu erhöhen und dabei die Faust vor Verletzungen zu schützen. Es gibt mehrere Formen des Schlagrings. Als typische Kata für Tekko wird die Maezato no tekko geübt. Heute jedoch ist die Popularität des Tekko gering, und er ist selbst auf Okinawa nur noch selten anzutreffen. Die Kobudo Meister Okinawas sind praktisch die einzigen Menschen, die heute überhaupt noch den Gebrauch des Tekko üben.

 

 

 
(c) 2000 by Alfred Steller